Denn bei diesem Spiel treffen gleich mehrere große Ultrafreundschaften und Rivalitäten aufeinander. Auf der einen Seite steht Marseille, dessen Ultras vom Commando Ultra 84 eine langjährige Freundschaft mit Original 21 von AEK Athen pflegen. Auf der anderen Seite Olympiakos, dessen Fans eng mit den Ultras von Roter Stern Belgrad verbunden sind.
AEK und Olympiakos sind bekanntlich alles andere als Freunde. Und Marseille und Roter Stern haben spätestens seit dem verlorenen Europapokalfinale von 1991 ebenfalls ihre eigene Geschichte.
Entsprechend brisant war die Ausgangslage für Donnerstag im Stade Vélodrome. Doch daraus wird nun zumindest auf den Gästetribünen nichts: Die französischen Behörden haben sämtliche Olympiakos-Fans vom Stadionbesuch ausgeschlossen! Laut Medienberichten wollten rund 3.500 Griechen anreisen. Erst heute, zwei Tage vor dem Spiel, wurde das Verbot bekannt gegeben. Auch Anhänger von Roter Stern Belgrad werden in der behördlichen Verfügung ausdrücklich genannt.
Die Partie wurde von der französischen Anti-Hooligan-Einheit in die höchste Risikostufe eingeordnet. Zusätzlich belasten aktuelle Schülerproteste die Polizeikapazitäten in Marseille. Olympiakos kritisiert die extrem kurzfristige Entscheidung und kündigte bereits die Rückerstattung der Eintrittskarten an. Für die Fans, die Flüge, Hotels und Urlaub längst organisiert haben, ist das natürlich ein schwacher Trost. Mal wieder ein Europapokalspiel, bei dem man als Groundhopper besser erst nach dem Abpfiff seine Reise buchen sollte. Quelle: Olympiakos / Französische Behörden



