Für viele Groundhopper dürfte der Asian Cup 2027 in Saudi-Arabien längst ziemlich weit oben in der Reiseplanung stehen. Januar, 24 Nationalmannschaften, acht Stadien in Riad, Dschidda und Al-Khobar – und eine ziemlich bequeme Möglichkeit, Saudi-Arabien mit ordentlich Fußball abzuhaken. Genau diese Planung wird gerade immer unsicherer.
Offiziell soll das Turnier weiterhin vom 7. Januar bis 5. Februar 2027 stattfinden. Die saudischen Organisatoren betonen, dass die Vorbereitungen planmäßig laufen. Gleichzeitig spricht inzwischen selbst AFC-Präsident Salman bin Ibrahim Al-Khalifa offen über eine Verschiebung auf 2028. Eine Entscheidung könnte erst Ende November fallen – rund sechs Wochen vor dem geplanten Eröffnungsspiel.
Die Sicherheitslage ist längst mehr als ein Gerücht
Hintergrund sind die seit September zunehmenden Drohnen- und Raketenangriffe auf Ziele in Saudi-Arabien. Betroffen waren auch Flughäfen und Regionen, die für den Asian Cup entscheidend wären; Riad wurde mehrfach angegriffen und zeitweise geschlossen, auch Dammam war Ziel eines Angriffs. Dabei gab es Tote und Verletzte.
Das deutsche Auswärtige Amt warnt inzwischen vor Reisen nach Saudi-Arabien, die Niederlande führen große Teile des Landes mit Orange – nur notwendige Reisen. Auch der Flugverkehr reagiert: Lufthansa hat Riad zeitweise ausgesetzt, KLM Verbindungen nach Riad und Dammam gestrichen beziehungsweise reduziert, Eurowings seine Saudi-Flüge ebenfalls angepasst. Andere Airlines haben Verbindungen verschoben oder gestrichen.
Auch Sportevents sind bereits betroffen. Das Saudi International im Golf wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, die Urban Cycling World Championships abgesagt, das Six Kings Slam im Tennis nach hinten verlegt und auch die FIFAe Finals in Dschidda verschoben.
Die AFC plant trotzdem weiter
Beim AFC-Treffen in Tokio am 23. Oktober wurde noch keine Entscheidung getroffen. Japans Verbandspräsident Tsuneyasu Miyamoto erklärte danach aber, eine Austragung in Saudi-Arabien sei unter den aktuellen Umständen „nicht einfach“. Gleichzeitig läuft die normale Turnierplanung weiter: Gruppen, Stadien und inzwischen auch konkrete Anstoßzeiten werden veröffentlicht.
Als mögliche Alternativen werden immer wieder China oder Katar genannt. Beides ist bislang Spekulation. Für China gibt es keine bestätigte Anfrage der AFC, und ein kompletter Ortswechsel zwei Monate vor Turnierbeginn wäre organisatorisch extrem aufwendig. Katar wäre mit bestehender Infrastruktur theoretisch die einfachere Notlösung, ist aber ebenfalls keine offiziell bestätigte Option. Deutlich konkreter ist die von der AFC selbst genannte Möglichkeit, das Turnier einfach auf 2028 zu verschieben.
Für Hopper wird die späte Entscheidung teuer
Gerade für Groundhopper ist das Timing unangenehm. Wer Flüge, Hotels und das saudische Touristenvisum bereits bezahlt hat, kann bei einer späten Verschiebung auf Kosten sitzen bleiben. Flexible Buchungen sind das eine; günstige Tarife etwa bei Pegasus oder nicht stornierbare Hotels etwas anderes. Lufthansa, KLM und Co. stornieren bei eigenen Flugausfällen zwar eher selbst – andere Verbindungen können aber planmäßig weiterlaufen, obwohl das Turnier später verschoben wird.
Dabei betrifft die Unsicherheit längst nicht nur Fans. 24 Verbände, hunderte Vereine, Spieler, Sponsoren, TV-Partner, Reiseveranstalter und Dienstleister müssen planen. Ende November wäre dafür ausgesprochen spät.
Warum der Asian Cup für Hopper so reizvoll ist
Die vorige Ausgabe in Katar zeigte ziemlich eindrucksvoll, was dieses Turnier kann. Mehr als 1,5 Millionen Zuschauer kamen zu 51 Spielen, das Finale sahen 86.492 Menschen. Durch die vielen asiatischen Communities in Katar bekamen selbst Spiele abseits der ganz großen Nationen starke Kulissen. Besonders auffällig waren auch die saudischen Fans, die bei ihren Partien große Zahlen mobilisierten.
Genau deshalb war Saudi-Arabien 2027 für viele Hopper so attraktiv: vier Wochen Fußball im Januar, ein fußballverrücktes Gastgeberland und zahlreiche Nachbarstaaten, deren Fans relativ leicht anreisen können.
Unser Rat bleibt deshalb erstmal langweilig, aber sinnvoll: Wer noch nicht gebucht hat, sollte aktuell keine teuren, unflexiblen Flüge oder Hotels nur für den Asian Cup festmachen. Wer schon gebucht hat, muss nicht hektisch stornieren – entscheidend werden die nächsten AFC-Beratungen im November. Wir behalten das Thema im Blick und melden uns, sobald aus dem Wackeln eine echte Entscheidung wird.



